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baustelle

Kindheit in Westeregeln

Als ich noch Lokomotivführer werden wollte?

In der Nachkriegszeit wurde ich 1947 in Westeregeln geboren und erlebte die ersten Lebensjahre im Dorf im Bereich der heutigen Friedensstrasse. Ständig wurden wir Kinder ermahnt und überwacht, da durch die Nähe der für uns noch großen Seen der vollgelaufenen ehemaligen Kohlengruben es gefährlich war. Da meine Oma direkt nahe bei diesen kleinen Seen wohnte, durfte ich mit meinen Freunden nicht dorthin spielen gehen. Wir waren immer so viel wie machbar draußen. Erst wenn die Oma einen schwimmen sah, durfte man da spielen.



Kohlenpott
Der Kohlenpott gleich neben dem Elternhaus meiner Oma.

Der Kohlenpott war für uns Kinder zum Schwimmen oder Baden verboten. Angeln konnte man. Wo kamen nur die vielen Fische im See her? Selbstmörder wurden auch gefunden. Es war aber auch verlockend, zwischen diesen Seen und den im Frühjahr überschwemmten Bodegebiet in der Egelner Mulde zwischen Etgersleben und Egeln zu spielen. Wenn keine Überschwemmung war, konnte man in der flachen alten Bode baden. Ich habe noch die alten Anlagen der Bäder am Röthergraben und an der alten Bode, die Ehle in Egeln, gesehen. Zum Schwimmen lernen liefen oder fuhren wir mit den Fahrrädern nach Etgersleben an die Bodebrücke zum großen Bodelauf. Direkt an der Bodebrücke war die Bode zumeist nur Hüfthoch.
In Wolmirsleben waren drei ehemalige Braunkohlentagebaue. Die Kohlenflötze lagen damals nahe an der Erdoberfläche. Nun sind sie schon ewig vollgelaufen. Beim Öffnen der Tagebaue müssen Artefakte aus der Steinzeit gefunden worden sein. Im Archäologischen Museum in Halle sind viele Steinbeile aus Westeregeln ausgestellt- Der größere See, Großer Schachtsee, war Badestelle und später eine große Badeanstalt. Meine Eltern fuhren mit uns Kindern öfters dorthin zum Baden.

Am Wolmirslebener See

Ausflug 1953 mit den Fahrrädern zum großen Wolmirslebener See.

Durch das Bodebruch, die Egelner Mulde, führte ein Feldweg über den Bahnhof Westeregeln nach Egeln. Der wurde viel benutzt. Nach Egeln-Nord erreichte man den See in kurzer Zeit. Im Winter war die Egelner Mulde oft überschwemmt und gefroren. Bei stabiler Eisdecke war es zwischen den vielen Biberburgen am Röthergraben bis zum Bahndamm ein riesiger Spaß beim Schlittschuhlaufen. Diese Bedingungen blieben bis zur Inbetriebnahme der Rappbodetalsperre erhalten.
Postkarte Westeregeln
Alte Postkarte von Westeregeln mit Kirche, Alkaliwerk und Schacht II.

Postkarte 1930
In der alten Postkarte von ca. 1930 sieht man die Werkseisenbahnlinie noch in Funktion.
Der Erdfall von 1939 zerstörte gerade diesen Zugang.

Westeregeln Umgebung
Westeregeln und Umgebung mit Eintragungen

Goethepark
Goethepark Westeregeln

1952 zogen wir in den Goethepark in eine Wohnung für Betriebsleiter, mein Vater wurde Leiter des Heizwerkes, unmittelbar am Solvay-Werk. Für mein Cousine und mit den dortigen Kinderfreunden waren wir sofort innerhalb der Ummauerung mit dem ständig besetzten Betriebstor (Bild heute) abgesichert zum Dorf hin und im Park die Räuber. Links neben dem Betriebstor war mal die Kegelbahn und daneben zur Straße eine Gartenanlage mit Hühnerhof und Tierställen. An der Mauer der Kegelbahn fand ich mit meinen Freund im Aushub für die Kegelbahnmauer eine große Silbermünze. Die haben wir voller Stolz gleich den Wachschutz gezeigt. Leider gab es nie eine Reaktion darauf. Der Goethepark war zum Dorf hin mit einer Ziegelmauer abgegrenzt. Zum Werksgelände hin gab es einen Maschendraht- und Lattenzaun. Der Park war für uns Kinder riesig, mit einem Teich mit Wasserfall und einer Insel im Zentrum, den neuen Kindergarten und dem beliebten Tennisplatz sowie den großen Wasserturm. Die Mauer war zunächst noch viel zu hoch für uns Kleinen.

Betriebstor Nord Goethepark Nr. 51
Betriebstor Nord am Goethepark des Solvay-Werkes und das Wohnhaus Goethepark Nr.5, mal 2023.

Garten am Haus
Unser Garten am Wohnhaus.
Im Hintergrund sieht man die damalige Mauer des Goetheparks, welche das gesammte Betriebsgelände umgab.

Wir Kinder mussten uns verdrücken, wenn die Jungs vom Goethepark gegen die Jungs vom Dorf an der Parkmauer Krieg spielten. Es gab, auch wie man hörte, Verletzte. Es wurde Ernst, wenn Waffen, wie Luftgewehre oder Luftpistolen, eingesetzt wurden. Da war oft die Polizei unterwegs und nahm manchmal auch Welche mit auf die Wache. Der Teich mit einem Wasserfall, steilen Wänden und einer alten Eiche hatte unten eine kleine Insel. Diese wurde von einem kleinen See umgeben. Wir Kinder konnten aus der Borke der Eiche Schiffchen selber bauen und schwimmen lassen. Die großen Jungs bauten welche mit Kanonen darauf, die mit den abgeschabten Streichholzkuppen schießen konnten. Auch wurde das damals noch verfügbare Unkrautex, dicht zusammengedrückt, so dass beim Anzünden explodierte. Dafür nutzte die groß Jungs auch mal einen Schlüssel mit einem Loch im Schlüsselstab, der mit einem Nagel gegen die vorher zusmmengepresste Masse Streichholzkopfmasse knallte. Da gab es auch mit alten Schlüsseln ernsthaft Verletzte. Im Winter wurde am Hang des Teiches eine Skysprungschanze gebaut. Die kurze Landung am Betonbeckenrand war spektakulär. Die von den großen Jungs selbst gemachten Bierflaschenbomben, mit Kalk und Wasser verschlossen, versetzten uns einen fürchterlichen Schrecken. Besonders wenn diese in der Höhle des Wasserfalles explodierte. Auch gab es daher auch Verletzungen. Wenn wir Kinder beim Krieg spielen nicht zu Hause blieben, war der Ärger mit der Mutter groß. Kam der Vater von der Arbeit im Werk nach Hause, gab es einen gegebenenfalls dementsprechenden handfesten Ordnungsruf. Damals erschien uns der Park riesig, erstaunlich heute, wenn ein Vater zum Abendbrot gepfiffen hat, erkannte jedes Kind den Ton. Ab ging es dann nach Hause. Zur Schule mussten wir Kinder aus dem Goethepark bei jedem Wetter ins Dorf etwa 500m die Straße vorbei am Rathaus mit der von mir gern benutzten Bibliothek und dem Feuerwehrdepot hinunterlaufen. Die üblichen Kinderbücher und Piratengeschichte machten mir viel mehr Vergnügen als die Schule. Ich kann mich noch heute an die Reiseberichte erinnern. Marco Polo, Ich war den Hunnen untertan, Ich war in Timbuktu sowie die Durchquerungen von Australien durch Leichhardt oder das spannende Afrika hatte ich lieber als jede Hausaufgabe. Mir viel damals schon auf, wieso keiner hier wusste, wo Timbuktu liegt, ob es überhaupt eine Stadt ist. Komisch, wieso dann der Abendteuerer im Auftrag Englands dann dort beliebig Geld abheben konnte. Meine diesbezüglichen Interessen fanden Unverständnis bei meinen Eltern.

Zunächst für die ersten 4 Klassen eine Schule mit engen Hof, in der Nähe beim Sportplatz, dann in die 5ten Klasse bei der Kirche, gleich daneben das Pfarrhaus mit dem Kirchenunterricht und ab der 6. Klasse ging es in die Hauptschule.
Der Sportplatz mit Pferdereitplatz und der alten Schwimmbadanlage hinter dem Sportplatz, da war die Sporthalle für uns Schüler vormittags bereit. Aus heutiger Sicht ist es ausgesprochen schade, dass sowohl die Tennisanlage als die Pferdeanlage mit den Veranstaltungen nicht so überlebten.
Die Einschulungen fanden dort statt. Fasching war im Kinosaal über der Gaststätte Kastanie, wo auch der Dorftanz besucht wurde.
Für die Bewohner des Goetheparkes gab es im Kulturkaus eine Gaststätte und einen Billerdanlage.
Der Fasching war mir ein Greul. Wir Kinder wurden noch richtig austaffiert, oben auf der Bühne gezeigt, sowie bewertet. Es gab Auszeichnungen.
Die damaligen hohe Teilnahmen an den Kirchgängen und ein voll besetzter Kirchenraum erstaunen mich noch heute. Das Pfarrhaus mit unten links den Schulungsraum für den freiwilligen Besuch von uns Schülern.

Eine bleibende Erinnerung, gerade mal 5 1/2 Jahre alt, ist mir der 17. Juni 1953 geblieben. Die Demonstration durch Westeregeln wurde durch überfliegende Flugzeuge begleitet. Aber ich kann mich an keine Krawalle erinnern.
Schulgebäude 1-4-Klasse
Schulgebäude der ersten bis 4ten Klasse

Schulgebäude 5. Klasse
Schulgebäude für die 5te Klasse an der Kirche

Pfarrhaus
Pfarrschulgebäude für die 5te Klasse an der Kirche.

Grundschule
Grundschule ab der 6sten Klasse

Westeregeln war, wie ich später erfolgreich erkannte, im Unterricht viel weiter als in der Schule von Cochstedt. Es war ein Unterschied zwischen den Bezirken Magdeburg und Halle.
Ich lernte Magdeburg gut und auch mit schmerzlichen Erinnerungen kennen. Unsere Mutter fuhr mit uns und später auch nur mit mir nach Magdeburg ins Krankenhaus. Die Pfeifferschen Stiftungen waren unser Ziel. Mein Bruder hatte schwere Schäden an den Knoche, er lag wohl über ein Jahr dort im Krankenhaus und musste eine Klasse wiederholen. Ich hatte wohl nach einer Kinderlähmung Probleme mit den Füßen. Der Prof. Schulze war Chefarzt und betreuender Orthopäde. Mir wurden ständig neue Einlagen verordnet. Daran habe ich mich nicht gewöhnen können. Erst nach dem Wohnungswechsel 1960 nach Cochstedt im Bezirk Halle wurde regelmäßig der Gesundheitszustand der Schulkinder geprüft. Bei dieser für mich 1960 ersten Untersuchung wurde eine Skoliose der Wirbelsäule erkannt.
Das Handikapp sollte mein Leben grundlegend ändern und begleiten.
Der Prof. in Magdeburg hatte den 10 mm Längenunterschied der Beine nicht erkannt.
Mittlerweile konnten wir schon über die Mauer klettern. Da waren die Sandkuhle und die Müllgrube erreichbar. Dahinter konnte man zur Brücke über die Eisenbahngleise des Werkes gehen. Das Spielgebiet verlagerte sich vom Parkgelände auf die kleine Bergkuppe an dieser Brücke.

Eisenbahnbrücke West
Eisenbahnbrücke des Solvay Werkes, West .

Der rege Zugverkehr mit den Güterwagons und den vielen verschiedenen schwarzen dampfenden Lokomotiven und bunten Rangierlocks mit dicken weißen Rauchwolken, der Maschinenlärm und die Lokomotivpfeife, regte die Phantasie an. Ständig trieben wir uns um diese Brücke herum und alle wollten mit den Lokomotiven in die weite Welt fahren.

Lokomotivführer werden, was wäre das für ein spannendes Leben?

Damals kam man noch nach Schulschluss, wenn man nicht in den Hort ging, nach Hause. Mittagessen zu Hause. Um 13:30 Uhr gab es den Film für Kinder. Die noch heute gut bekannten Filme wie " Der kleine Muck , Das Kalte Herz, Hänsel und Gretchen“ sowie viele andere zog uns vor den ersten Fernseher. Danach kurz die Hausaufgaben und ab in unseren Park. Mit Spaten und Schippen aus dem Keller oder Garten ging es zum Buden bauen. Richtig mit Abdeckung und Gängen zum Höhleneingang wurden gegraben. Die Abdeckungen wurden überall, wo es möglich, war besorgt. Gern unmittelbar am Werkszaun. Da lag vieles Zeug, was wir brauchen konnten, hingeworfen.
Ehe es richtig dunkel wurde kamen die für jedes Kind bestimmten Pfiffe vom Vater. Ab nach Hause war dringend nötig. Oft wollten wir noch nicht, spielen war spannender. Wehe wenn dann die Hausaufgaben nicht vollständig oder noch falsch waren. Der Vater oder die Mutter hatten großen Respekt vor den Lehren, hatten sie doch oft schon bei ihm die Schule erlebt. Ihre Aufforderungen zum Lernen waren ihnen jetzt selber als Eltern wichtig geworden.
Wir Kinder wechselten schnell die Straßenseite und versteckten uns, wenn ein Lehrer, wie Lehrer Borchert, Ahrend oder auch ein Polizist erschien. Leider wechselten die ersten Lehrerinnen und Lehrer noch bis zur 3ten Klasse unvermittelt die Schule. Manche wurden dann sehr von uns Kindern vermisst.
Dann mussten diese älteren Lehrer einspringen. Mein Lehrer in der 4ten Klasse, Herr Ahrend, hatte das Schuljahr allein für alle Unterrichtsstunden geleitet. Zu seinem 70sten Geburtstag waren wir alle Kinder dieser Klasse zum Kaffeetrinken bei ihm zu Hause auf der Bahnhofstraße eingeladen.
Die 5te Klasse war in der Schule an der Kirche.
Der Lehrer Borchert war auch ein angesehener alter Lehrer meines Vaters und nun auch Lehrer für die noch an Weiterbildung interessierten ehemaliegen Kriegsteilnehmer. Mein Vater nutzte das, womit er über mein Schuldasein schon Bescheid wusste, wenn er spät von Arbeit oder einer Übungsstunde bei Borchert gestresst nach Hause kam. Später als Rentner nutzte ich Literatur, in denen sich die Lehrer Ahrend und Borchert sich verewigt hatten. Heute kaum vorstellbar, Lehrer Borchert machte mit uns Schülern auch das Fach Nadelarbeiten. Weihnachten schenkte ich meiner Mutter einen selbstgehäkelten Topflappen.
Gerade unser Kinderwaffe, die Schleuder, machte oft auch Schaden. Einige Glühbirnen und auch Fensterscheiben gingen zu Bruch. Da war der Parkweg mal nicht beleuchtet und die Frage stand, wessen Sohn war es?
Meine Eltern wohnten in einer von zwei großen Wohnungen im Obergeschoß der großen Villa, Goethepark 51, für Betriebsleiter im werkseigenen Goethepark. Jedenfalls hatten die Teilbetriebsleiter die großen Wohnungen. Dagegen wurden diese anderen großen Etagenwohnungen in viele kleine Wohnungen für Mitarbeiter geteilt.
Unsere Räuberbande bestand aus 5 Jungs, alle aus den Villen im Park. Mir wurde später oft vorgehalten, ich war der Anführer der Räuberbande im Goethepark. Das bauen der Burgen, besser der Bunker, wie bei den Soldaten, beschäftigte uns. Das Bunkerdach wurde mit Latten und Eisenstangen sowie Ästen von der Parkgrenze zum Werksgelände befestigt. Wie haben die Mütter nur diese dreckigen Sachen ohne Waschmaschinen sauber bekommen? Neben dem Reitsport war auch im Dorf immer was los. Reiten war nie mein Ding.
Im Park war eine große Tennisanlage vorhanden. Die aktiven Tennisspieler animierten uns auch zu diesem Sport. So ein Tennisschläger war nicht leicht zu bekommen und man war stolz damit an Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Traditionell war der Handballsport stark in Westeregeln vertreten. Jeder Junge im Dorf wurde dort früher oder spä:;ter getestet.
Ich war auch mal dran! Beim Probespiel hatte ich zwei erfolgreiche Torwürfe getätigt. Es war mein letzter Versuch zum Handball zu wechseln, es war leider das eigene Tor. Das Tennis spielen habe ich längere Zeit aktiv betrieben. davon ist mir das Tischtennis lange erhalten geblieben. Es hat mir viel Spaß bereitet. Eventuell lag aber hier die Ursache für meine Skoliose.
Nach dem Umzug nach Cochstedt und der ärztlichen Diagnose meiner Wirbelsäulenverkrümmung war man der Meinung, es war die Ursache dafür. Ab sofort hatte ich immer eine Befreiung vom Sportunterricht. Zur Armee mußte ich auch nicht.

Fenster mit Brockenblick
Unser Kinderzimmer im ersten Stock, oben.

Es machte eine weite Sicht möglich. Wir konnten den Brocken sehen. Zu Ostzeiten war ich nie dort hingekommen. Da der Fernsehsender vom Brocken durch den Sender auf dem Wurmberg ergänzt wurde, konnte man nicht an Hand der Fernsehantenne darauf schließen, ob man Ost oder West sah. Unser Kinderzimmer in der rechten Wohnung der 1ten Etage hatte bei klarem Wetter direkten Blick auf den fernen Brocken. Zwar nur ein Bad und Toilette für zwei Familien, aber Badewanne und mit fließendem Wasser. Viele im Dorf wie Oma und Opa sowie der Onkel mit Familie mussten noch das Wasser in Eimern von einer Pumpe im Hof in die Wohnung holen. Die Toilette bei der Oma war ohne Wasserspülung, außerhalb des Hauses und im Winter eiskalt.

Ruedigers Wohnhaus

In den Wohnhäusern gegenüber der Hauptschule, ein ehemaliger Kohleschacht, dann Luftschutzbunker, wohl die Douglashall 3, waren so mehrere Familien, wie die Eltern meines Cousins, betroffen. Der Blick dort auf den Eingang zum Luftschutzbunker machte uns Angst.

Da war es an der Eisenbahnstrecke bei den Lokomotiven interessanter.


Spielplatz
Die heutige Ansicht unserer Spielecke um die Eisenbahnbrücke.

Mein Cousin und die Räuberbande des Goetheparks fanden sich dort oft zum Träumen vom schnellen und weiten Fahren mit einer solchen mächtig dampfenden und pfauchenden Lokomotive ein.

Der Erdfall vom 12. Januar 1939


Zum Erdfall von 1939 neben dem Betriebstor beim großen Platz der Betriebsfeuerwehr durften wir nie gehen.
Mein Vater erzählte mir, dass man versucht hatte, mit viel Farbe und Stroh herauszufinden, wohin der Fluss im Untergrund hinfloss. Es gab aber kein Ergebnis.
Der mir einem Erdrutsch gegen Donnerstag Abend beginnende Erdfall erfasste einen Teil der Werksbahnanlage am südlichen Betriebseingang und bedrohte unmittelbar vor dem Verwaltungsgebäude des Werkes Gebäude einer alten Mühle. Am darauffolgenden Tag, den Freitag, etwa früh um 4.00 Uhr, glücklicherweise noch vor der Frühschicht, erweiterte sich das Erdloch auf eine Größe von 50m Durchmesser. Es gab keine Toten beim Erdrutsch.

Alkaliwerk Gelände-Foto von 1930
Angaben aus der Erinnerung zum Betriebsgelände des Alkaliwerkes Westeregen, Bild ca. 1930.

Der große Ziegelschornstein wurde von meinem Opa, Vater meiner Mutter, um 1934 als gelernter Schornsteinmaurer mit gebaut.
Chemieschornstein
Der Chemieschornstein des Solvay Werkes.

Mein Opa war dafür auf Montage in Westeregeln bei den Eltern meines Vaters einquartiert. Der Schornstein hatte eine Höhe von 115 m. Mein Opa war ein energischer und eifriger Mensch. Er verstand sich aufs Geld verdienen, würde man heute sagen. Als gelernte Maurer in einer Maurerfamilie baute jeder dem Bruder ein Haus. Im Winter war die Arbeit als Bauer nicht so intensiv. Da ging er in den Schwarzwald als Holzfäller. Die Scheune am großen Bauernhof wurde daher mit Holz aus diesen Gebiet gebaut, welches wegen der Haltbarkeit geflöstes Holz war. Als Spezialist für hohe Schornsteine konnte man wohl auch sehr gut verdienen.
Leider hatte gerade das seinen frühen schmerzvollen Tod verursacht. Seine Nieren waren dabei kaputt gegangen. Mit freien Oberkörper war es da oben ungünstig.
Etwa um 1958 wurden wegen der Versottung die oberen 15 m des Schornsteines abgesprengt. Die Fotos der Sprengung zeigten zwei Halbschalen, welche zielgenau auf die Kiesbetten gestürzt sind. Die Sprengung erfolgte wohl in zweit Explosionen. Zunächst wurde der obere Teil vom Schornstein zum Trennen abgesprengt und dann nochmal geteilt. Es gab keine Toten. Ein Selbstmöder ist mir in Erinnerung geblieben. Er kletterte die Leiter am Schornsten hoch und stürtzte ab.
Der Weg vom Betriebstor Nord ins Werkgelände über den Feuerwehrhof wurde dann mal gesperrt und ein Fußweg um dieses große Erdloch weit herum zum südlichen Betriebstor geführt. Die Hakeborner Str. verschwand und wurde durch die Douglas Straße unter Umgehung des Erdfalls ersetzt. So lange wie ich mich erinnern kann, beginnt die Erdbodensenke hinter dem Galgenberg Egeln in Richtung Westeregeln. Die rechte Seite der Zufahrtsstrasse biegt am Friedof rechts ab. Eine richtige Talsohle schließt sich an.
Diese Niederung bildet mit die Egelner Mulde. Es war ein reiches Ackerland. Leider immer im Frühjahr überschwemmt. Ob "leider" richtig ist, sollte man bezweifeln, diese Überschwemmungen erneuerten den Ackerboden ständig. Es war für die Ernten ein reicher Ackerboden.

Erdfallgebiet 2023
Das Erdfallgebiet heute (2023) an der Straße von Egeln nach Westeregen. Skizze H. Bartzack.


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